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Margret Hoppe & Karoline Mueller-Stahl – Das Gedächtnis der Steine

Date: 25.04.2026 - 09.08.2026

Eröffnung: 25.04.2026, 16:00 Uhr

Spuren jüdischer Geschichte und deutscher Besatzung in Thessaloniki

Salonika, Saloniki, Thessaloniki – eine Stadt, in der Muslime, Christen und Juden über Jahrhunderte eine multiethnische Gemeinschaft bildeten. Bis etwa 1900 prägte die jüdische Bevölkerungsmehrheit ihr wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben. Mit dem Ersten Weltkrieg, dem Ende des Osmanischen Reiches und dem Entstehen der Nationalstaaten beschleunigte sich der Zerfall des Miteinanders. Im April 1941 besetzte die Wehrmacht Thessaloniki; bis November raubte das Sonderkommando Rosenberg in über 50 Razzien Bibliotheken, Kunst- und Kulturgüter; im Februar 1943 wurden die Nürnberger Gesetze eingeführt und die jüdische Bevölkerung wurde zwangsghettoisiert. Von März bis August 1943 deportierten die Deutschen etwa 48.000 Menschen nach Auschwitz, von ihnen überlebten nicht einmal 2000. Zum Sinnbild der gewaltsamen Auslöschung jüdischen Lebens wurde die Zerstörung des alten Friedhofs, der seit 1500 bestand und etwa 450.000 Gräber umfasste. An seinem Ort befindet sich heute die Universität Thessalonikis.

In ihrer gemeinsamen künstlerischen Arbeit „Das Gedächtnis der Steine“ gehen Margret Hoppe und Karoline Mueller-Stahl den Spuren des Abwesenden nach. In Fotos und Texten nähern sie sich fragend den Möglichkeiten von Erinnerung. Was können wir sehen, wenn alles zerstört ist? Was geschah an alltäglichen Straßen, Plätzen und ganzen Stadtvierteln? Wo waren die Orte jüdischen Lebens? Was lässt sich erinnern, wenn diese fast vollständig ausgelöscht sind und nur noch wenige Menschen steinerne Fragmente zum Sprechen bringen können?

Zum Veranstaltungsprogramm gehören die Vorführung der Dokumentation „Salonika – A City with Amnesia“ mit den Filmemachern Max Geilke und Mario Forth (28. Mai 2026) und Gespräche mit dem Fotografen Martin Barzilai (13. Juni 2026) und dem Archälogen Anastasios Papadopoulos (2. Juli 2026).

Margret Hoppe ist künstlerische Fotografin aus Leipzig. 2023 war sie als Stipendiatin unseres Austauschprogramms zwischen Partnerstädten Leipzig und Thessaloniki am Goethe Institut Thessaloniki zu Gast.

Karoline Mueller-Stahl ist Autorin, Lektorin und Co-Verlegerin im MMKoehn Verlag in Leipzig. Im Winter 2021/22 begann sie mit einem Stipendium der Casa di Goethe in Rom ein Buchprojekt über eine Straße auf dem römischen Hügel Esquilin.

Rauminstallation: Paula Gehrmann (Künstlerin, Leipzig)