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GASTAUSSTELLUNG (2.OG)

WIN/WIN 2012 

DIE ANKÄUFE DER KULTURSTIFTUNG DES FREISTAATES SACHSEN

9. bis 17. Juni 2012
Eröffnung, 8. Juni 2012, 19 Uhr
Öffnungszeiten: täglich 11 bis 18 Uhr
Eintritt frei

Yasmin Alt, Jens Besser, Laura Bielau, Sven Braun, Annedore Dietze, Thomas Flemming, Maike Freess, Jay Gard, Matthias Hamann, Mark Hamilton, Helene Heyder, Sara Hoppe, Kai Hügel, Eduard Klein, Claudia Kleiner, Thomas Moecker, Jana Morgenstern, Bastian Muhr, Juliana Ortiz, Julius Popp, Jens Schubert, André Schulze, Anija Seedler, Markus Uhr, Klaus-Dieter Weber, Jim Whiting

Mit ihren jährlichen Förderankäufen unterstützt die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen junge Künstler mit Schaffensmittelpunkt oder Wohnsitz im Freistaat Sachsen. Ein unabhängiger Beirat hat in diesem Jahr 33 Werke von 26 Künstlerinnen und Künstlern für die Ankäufe der Kulturstiftung ausgewählt.

Wie bereits im vergangenen Jahr werden alle angekauften Kunst­werke in dieser Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt. Im 2. Obergeschoss der HALLE 14 auf der Leipziger Baumwollspinnerei wird die Schau für eine Woche zu sehen sein. 

Weitere Informationen unter www.kdfs.de und www.halle14.org

VERANSTALTUNG

Königreich Paradies

Ein Utopist aus Sachsen bei den Cherokee-Indianern: Christian Gottlieb Priber (1697-1745)

Mittwoch, 13. Juni 2012, 19 Uhr
Eintritt frei

Gespräch und Vortrag mit Prof. Dr. Marin Trenk (Goethe-Universität, Frankfurt a.M.) und Frank Motz (Kurator HALLE 14/ACC Weimar)

Von alters her haben Menschen von gerechteren Gesellschaften und besseren Welten geträumt und ihre Ideale in literarischen Utopien niedergelegt. Einer der Wenigen, die versucht haben, ihre Vorstellungen tatsächlich in die Praxis umzusetzen, war Christian Gottlieb Priber (1697-1745) aus Zittau, ein bisher weithin unbekannter Jurist, Ethnologe, Frühaufklärer und Sozialutopist. Sein Entwurf eines idealen Gemeinwesens ist im 18. Jahrhundert das einzige uns bekannte Beispiel einer weltlichen Utopie unter einer Vielzahl religiöser Kommunen, obwohl er es wie die Frommen, vielleicht in polemischer Absicht, „Königreich Paradies“ nannte.

Priber verließ wegen seiner Ideen in den 1730er Jahren seine sächsische Familie und floh über London nach Amerika, wo er von den Cherokee-Indianern aufgenommen wurde. Erst dort fand er Gleichgesinnte, die das Sozialexperiment nach seinen Maximen leben wollten: Gleichheit aller Menschen („dass es in seiner Republik keine Herrschaft geben solle“), Gleichberechtigung von Mann und Frau, Gemeinbesitz, Zuflucht für entlaufene Sklaven, Vereinigung aller indianischen Völker– und das mehr als 50 Jahre vor der Französischen Revolution. Bereits nach wenigen Jahren bereiteten die britischen Kolonisatoren seiner Vision ein vorzeitiges Ende.

Der Frankfurter Ethnologe Marin Trenk stellt in seinem Vortrag die historische Figur vor, die mit verschiedenen Dokumenten zu und über Pribers abenteuerliches Leben Teil der aktuellen Ausstellung der HALLE 14 „Mit krimineller Energie– Kunst und Verbrechen im 21. Jahrhundert“ ist. Im Rahmen der Ausstellung hat die HALLE 14 das Christian-Gottlieb-Priber-Reisestipendium ausgeschrieben. Es lädt internationale Künstler dazu ein, den Spuren Pribers zu folgen und aus den Eindrücken und Entdeckungen dieser Reise ein eigenes Projekt zu entwickeln. Der Kurator der aktuellen Ausstellung und Initiator des Stipendiums, Frank Motz, wird den Abend zum Anlass nehmen, seinem Interesse an dem sächsischen Visionär und Freigeist in einem öffentlichen Gespräch mit Marin Trenk nachzuspüren. Gemeinsam wollen beide darüber nachdenken, inwiefern Pribers Leben und Wirken auch für unsere heutige Zeit relevant sein kann.

Weitere Informationen auf unserer Webseite unter Veranstaltungen

VERANSTALTUNG

VON RÄUBERN UND FÄLSCHERN

Die kriminellen Energien des Kunstmarkts

Donnerstag, 14. Juni 2012, 19 Uhr
Eintritt frei

Diskussionsveranstaltung mit Stefan Koldehoff (Autor und Kulturredakteur beim Deutschlandfunk) und Tobias Timm (Autor und Journalist u.a. für DIE ZEIT) 

Die Kette spektakulärer Kunstüberfälle reißt nicht ab. Kein Wunder! Kunstraub zählt nach Schätzungen von Interpol neben dem Drogen- und Menschenhandel zu den lukrativsten kriminellen Delikten. Doch ist nie der verrückte Sammler, der die angebeteten Van Goghs in seinem Kellerverlies versteckt, der Täter oder Auftraggeber und als Motiv fällt Liebe zur Kunst meist aus. Kunstwerke sind Spielbälle in Fällen von Geldwäsche, Drogenhandel und Erpressung international agierender Banden. Auch Kunstfälschung ist ein lohnendes Geschäft, wie der Fall um den Fälscher Wolfgang Beltracchi und seine Komplizen der Öffentlichkeit wieder ins Bewusstsein rief. 25 Jahre lang hatte der erfolglose Maler selbst gemalte Bilder als verschollene Kunstwerke großer Maler der Moderne ausgegeben und für Millionensummen verkauft. Quer durch den Kontinent waren ihm Kunsthändler, Museen, Sammler und Experten auf den Leim gegangen, teilweise mit erstaunlicher Arglosigkeit. Nicht wenige verdienten mit Gutachten und Vermittlungen viel Geld an den Bildern. 

Wo die Aufsehen erregenden Fälle von Kunst und Kriminalität schnell wieder aus den Schlagzeilen verschwinden, hakt der Autor Stefan Koldehoff regelmäßig nach. Er hat bereits mehrere Bücher zu diesen Themen veröffentlicht, die sich lesen wie Kriminalromane: „Aktenzeichen Kunst. Die spektakulärsten Kunstdiebstähle der Welt“ (mit Nora Koldehoff, 2004), „Die Bilder sind unter uns. Das Geschäft mit der NS-Raubkunst“ (2009). Tobias Timm schreibt seit 2006 von Berlin aus für das Feuilleton der ZEIT über Kunst, Architektur und den Kunstmarkt. Ihr neues, gemeinsames Buch „Falsche Bilder– Echtes Geld. Der Fälschungscoup des Jahrhunderts– und wer alles daran verdiente“ (2012) liefert nach, was im Prozess gegen den Fälscher Beltracchi unter den Tisch fiel: Leichtgläubigkeit, Schludrigkeit und Geldgier des Kunsthandels. „Das Buch bietet bewusst keine Meister-Fälscher-Geschichte. Es ist eine […] Ermittlungsstory, die sich gegen die dunklen Seiten des Kunsthandels richtet.“ (Süddeutsche Zeitung) „Dieses Buch liest sich wie ein Kunst-Thriller, der sehr genau aufdeckt, wieviel kriminelle Energie hinter dem Beltracchi-Fall steckt. Absoluter Wahnsinn.“ (1Live) 

Koldehoff und Timm wurden für ihre investigativen Recherchen zu dem Beltracchi-Fall 2012 mit dem Prix Annette Giacometti ausgezeichnet. In einer Diskussionsrunde im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Mit krimineller Energie“ stellen die beiden Autoren die Ergebnisse ihrer Recherchen zu Kunst und Kriminalität vor.

Weitere Informationen auf unserer Website unter Veranstaltungen

VORSCHAU

WEITERE VERANSTALTUNGEN IM RAHMEN VON „MIT KRIMINELLER ENERGIE“

Mark Lombardi - Kunst und Konspiration

Film (DE 2012, 79 min, OmU) und anschließendes Gespräch mit Mareike Wegener (Regisseurin), in Kooperation mit dem Luru Kino

Mitwoch, 4. Juli 2012, 20 Uhr
Eintritt: 5 Euro

Das Verbrechen

Fiktion und Wirklichkeit von Kriminalität und ihre Darstellung in der Literatur des 21. Jahrhunderts

Gespräch mit Tobias Gohlis (Sprecher der KrimiZeit-Bestenliste), Thomas Wörtche (culturmag.de) und Jesper Theis (Polizeikommisar)

Mittwoch, 11. Juli 2012, 19 Uhr
Eintritt frei

AUSSTELLUNG

MIT KRIMINELLER ENERGIE 

Kunst und Verbrechen im 21. Jahrhundert

28. April bis 29. Juli 2012
Führung: Jeden Sonnabend, 15 Uhr

Lourival Cuquinha (BR), Nathalie van Doxell (FR), Brock Enright (US), Florian Göttke (DE), Adolfo Kaminsky (FR), Ulla Karttunen (FI), Oleg Kulik (RU), Antonio Vega Macotela (MX), Teresa Margolles (MX), Ivan Moudov (BG), Dorota Alicja Nieznalska (PL), Anna Odell (SE), Christian Gottlieb Priber (DE), Nedko Solakov (BG), Adam Tellmeister (CH), Avdei Ter-Oganian (RU), Trummerkind (US)

Während die Zivilisation bemüht ist, das Gefährliche und Kriminelle zu unterbinden, ist der Künstler– mit verrückter Kreativität, als Seismograf der Gesellschaft, ohne Moral, nur getrieben von der Kraft der Freiheit– vielleicht der Einzige, der die Grenzen des Erlaubten, Wohlanständigen und Opportunen im positiven Sinn auslotet. Können kriminelle Künstler und künstlerische Kriminelle unser Sein „nutzbringend“ verändern, ihre unkonventionelle Haltung Freiräume öffnen und Überkommenes unterwandern? Werke mit besonderem Potenzial an kreativ-krimineller Energie geben tiefere Einblicke in die Parallelen, Wechselwirkungen und Abgrenzungen von Kunst und Verbrechen.

Jeden Sonnabend findet eine kostenlose Führung durch die Ausstellung statt. Treffpunkt ist im Besucherzentrum der HALLE 14 um 15 Uhr.

Weitere Informationen auf unserer Webseite unter Ausstellung

Gefördert durch

VERANSTALTUNGSTIPPS

WIR DILETTANTEN

Dienstag, 19. Juni 2012, 20 Uhr
Ort: Café Luitpold, Briennerstraße 11, 80333 München

Über den Dilettantismus

2. Juni bis 12. August 2012
Ort: ACC Galerie Weimar, Burgplatz 1+2, 99423 Weimar

Ein Sondierungsgespräch zwischen Barbara Vinken (Kunstwissenschaftlerin), Till Briegleb (Journalist) und Frank Motz (Ausstellungsmacher)

In der zweiten Jahreshälfte 2012 wird sich die HALLE 14 in verschiedenen Projekten mit den Vorzügen des Dilettantismus beschäftigen. Als Vorgeschmack empfehlen wir Ihnen einen Besuch in München zur Veranstaltung „Wir Dilettanten - Ein Sondierungsgespräch“, an dem auch der künstlerische Leiter der HALLE 14, Frank Motz, teilnimmt.

Dilettanten haben einen schlechten Ruf. Politik und Internetgesellschaft oszillieren zwischen basisdemokratischem Input und dem Kampf für wahres Expertentum jenseits der ungezügelten Verbreitung laienhaften Halbwissens. Und Frauen, ja die gehören spätestens seit Goethe und Schiller qua Geschlecht in die D-Klasse. Den deutschen Nationalfedern verdanken wir die Abwertung einer Geistes- und Lebenshaltung, die seit dem 18. Jahrhundert als stümperhaft und dem Genie entgegengesetzt bewertet wird. Ohne den ernsthaften Dilettanten jedoch, der ein Freund des Schönen, bekennender Querdenker und Produzent zwischen den Disziplinen ist, wären nicht nur Kunst und Wissenschaft deutlich ärmer an Erkenntnis und Leidenschaft. Gehört also nicht dem professionellen Amateur die Zukunft?

Bereits am 1. Juni 2012 eröffnete die ACC Galerie Weimar die Ausstellung „Über den Dilettantismus“ (2. Juni bis 12. August 2012), die ab dem 15. September 2012 in der HALLE 14 zu sehen sein wird.

Weitere Informationen unter www.cafe-luitpold.de und www.acc-weimar.de

VORSCHAU

f/Stop - The History of now

5. Festival für Fotografie Leipzig

23. Juni bis 1. Juli 2012

Im Rahmen des diesjährigen Fotofestivals werden die drei Ausstellungen „Korpys/Löffler“„Plattform“ und „Zu Gast: Das 5. Internationale Fotobuch Festival Kassel“ in der HALLE 14 zu sehen sein.

Weitere Informationen unter www.f-stop-leipzig.de